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Gelenkprobleme

Familie

Zomarick Sir Wishmaster
09.06.2012 – 03.10.2018

Die Welt steht still…
Machs gut, mein wunderbarer Freund, irgendwann werden wir uns wiedersehen, ganz bestimmt…

Angefangen hat alles damit, dass Du am 13. September 2018 einen Teil Deines Mittagessens stehen gelassen hast und Dir ab da immer mal der Appetit wegblieb. Ein Tierarztbesuch gab keinen Aufschluss über den Grund; etwas mehr Schleim im Hals als normal und leichte Temperatur, welche am nächsten Morgen aber wieder normal war. Du warst ansonsten aber topfit, am 16. September sind wir ja noch an der WAH-Schweizermeisterschaft gestartet. Dann nach diesem Wochenende die Feststellung, dass Deine Wirbelsäule auf einmal so gut sichtbar ist und erst der Verdacht auf ein Rückenproblem. Ich habe einen Termin bei Deinem Orthopäden Patrick Blättler vereinbart für den 25. September. Am Wochenende vor dem Termin bemerkte ich, dass Dein Bauch immer runder und runder wird und da hatte ich schon ein ungutes Gefühl. Anstelle des Termins bei Patrick, meldete ich Dich schliesslich zum Ultraschall an und meine Befürchtung, dass da in Dir drin was gar nicht gut ist, wurde leider bestätigt: Leber riesengross, Milz und Lymphknoten ebenfalls vergrössert, freie Flüssigkeit im Bauchraum. Die Gewebeproben ergaben dann am 26. September die unfassbare Diagnose Lymphdrüsenkrebs.

Wir wurden ans AOI (Animal Oncology and Imaging Center) in Hünenberg überwiesen und erhielten dort für den 1. Oktober einen Termin bei Frau Gloor. Ich befürchtete, dass uns die Zeit davonrennt und habe versucht einen früheren Termin zu kriegen, aber da war absolut nichts zu machen. Meine Befürchtung wurde leider bestätigt. Dein Zustand verschlechterte sich von Tag zu Tag, sodass ich mir schon grosse Sorgen machte, dass Du es nicht bis zum 1. Oktober schaffst. Dein Appetit wurde immer weniger und in der Wohnung wurdest Du immer ruhiger bzw. teilnahmsloser, Dein Bauch wurde immer grösser. Dann war er endlich da, der 1. Oktober. Im AOI Center hat uns Frau Gloor gesagt, dass Du aufgrund der bestehenden Befunde unter engmaschiger Chemotherapie noch 9 bis 12 Monate mit guter Lebensqualität haben kannst. Um aktuelle Befunde zu erhalten ging Frau Gloor mit Dir zum Thoraxröntgen und anschliessend wurdest Du im Beisein von mir und Irène dann nochmals mittels Ultraschall untersucht. Das Thoraxröntgen sah gut aus, in der Lunge waren keine Metastasen zu sehen. Aber im Ultraschall wurde ein weiterer grosser Tumor im Darmbereich festgestellt, welcher 6 Tage zuvor noch nicht da war!!! Mit diesen neuen Befunden gab Dir Frau Gloor mit der engmaschigen Chemotherapie nur noch 4 bis 6 Monate. Die Chemo hätte aber in Deinem schlechten Zustand nicht direkt begonnen werden können und ich wusste auch gar nicht, ob ich Dir trotz guter Prognosen in Bezug auf Dein Wohlbefinden, eine solche wirklich zumuten will.

Mein grösstes Anliegen war, dass Du Dich zumindest für ein paar Tage nochmals richtig wohl fühlen kannst, bevor Du diese Welt verlassen musst. Frau Gloor schlug vor, die Chemo-Vorbehandlung zu machen, welche aus einer „Energiespritze“ und Cortison besteht und Dich innerhalb von 24 bis spätestens 48 Stunden wieder fit machen würde. Du fühlst Dich besser und ich habe ein wenig mehr Zeit zu Entscheiden wie es weitergehen soll. Das klang gut und wir machten diese Behandlung. Leider kam es aber anders als versprochen. Dein Zustand hat sich nach dieser medikamentösen Behandlung weiter verschlechtert. Gestern waren wir zwar insgesamt noch 1,5 Stunden im Wald unterwegs, in unserem üblichen Tempo. Du hast geschnüffelt, markiert und vom Weg aus die Gegend erkundet. Etwas ruhiger als normal, aber wer Dich nicht kennt, hätte Dir nichts angemerkt. Einfach essen mochtest Du fast nicht. Heute Morgen hast Du erbrochen und dann gar nichts mehr gegessen. Dein Kot war schwarz verfärbt, da war wohl Blut mit drin. Deine Zunge und Schleimhäute waren so blass, dass sich die Farbe des Zahnfleisches nicht mehr veränderte beim draufdrücken. Dein hilfesuchender Blick und die Verweigerung aufzustehen und spazieren zu gehen liessen mich deutlich wissen, dass es Zeit ist, Dich gehen zu lassen. Wir fuhren ins AOI Center und Frau Flickinger hat mir bestätigt, was ich bereits gewusst habe. Die verabreichten Medikamente kamen nicht gegen die rasante Vermehrung der Krebszellen an. Eine Weiterbehandlung hätte absolut keinen Sinn gemacht. Um 14.15 Uhr bist Du heute in meinen Armen für immer eingeschlafen.

Und nun sitze ich da, ohne Dich, nur 20 Tage nach dem ersten Anzeichen, dass etwas nicht gut ist bei Dir. Es tut so schrecklich weh und ich vermisse Dich so sehr…

Am 18. August 2012 konnte ich Dich in Montreal als zehnwöchigen Welpen in meine Arme schliessen. Es war Liebe auf den ersten Blick…

Du warst so präsent, so überschwänglich, so voller Energie und Fröhlichkeit, hast bei allem was Du gemacht hast 200% gegeben, hast Lebensfreude pur versprüht. Entsprechend gross ist die Lücke, die Du hinterlässt…

6 Jahre, 3 Monate und 24 Tage alt durftest Du nur werden, das ist so unfair…

Du warst immer im Eiltempo unterwegs, nichts ging Dir schnell genug, Du wolltest am liebsten alles auf einmal. Du hast wohl gewusst, dass Dir nur wenig Zeit bleibt…

Wish you were here…

 

 

Geboren: 9. Juni 2012
Foto vom 14.7.2013

Gesundheitsergebnisse:

Zürich (CH)
HD: D/D   ED: 1/3, Lumbosacraler Übergang: 0 (offizielle Auswertung)

USA (OFA)
HD:
B1/B1   ED: 0/1

Bern (CH)
HD:
C/C   ED: 0-1/3

Deutschland
HD:
B1/B2   ED: 1/3

Weshalb 4 HD/ED-Auswertungen? Hier geht es zur Antwort auf diese Frage: HD/ED-Auswertungen

Augen
HC/PRA/RD-negativ, Gonio FREI (Kontrolle durch Dr. med. vet. Jürg Bolliger, 27.4.2014)

 

Ausstellungsresultate:

6.12.2012 – versprechend (Welpenklasse)
Richterbericht (C. Gilbert): Very happy baby, too long in the leg and rather fine in bone, steady mover, rich colour, must not get any darker.

27.4.2014 – sehr gut (Zwischenklasse)
Richterbericht (Sue Ross): Working type Golden Retriever, very friendly and confident, obviously lacks bone and substance needs for the show ring, dense water-resistant coat, moved okay, lovely character.

 

Now my Wish is real…

Zomarick Sir Wishmaster, geboren am 9. Juni 2012
Foto vom 22.8.2012

Mit Wish ist ein grosser Wunsch von mir in Erfüllung gegangen, mein Wunsch, einen Golden Retriever aus amerikanischer bzw. kanadischer Field Trial Linie (sogenannter Arbeitslinie) zu finden, welcher nach meinen Vorstellungen aufgewachsen ist. Gute eineinhalb Jahre habe ich gesucht, bis ich „meinen“ Züchter gefunden habe. In den USA und Kanada ist es leider noch an der Tagesordnung, Hunde mit Strom und Gewalt auszubilden. Es wird kein Geheimnis daraus gemacht, auf unzähligen Websites von Züchtern findet man Bilder von Hunden, welche ein Stromhalsband tragen. Ich habe mehrere Züchter kontaktiert und ihnen verschiedene Fragen über die Haltung der Hunde und die Aufzucht der Welpen gestellt. Als Antwort kam oft nur, dass gerade keine Welpen zu vergeben sind, aber danach hatte ich ja gar nicht gefragt… Schliesslich hatte ich mich schon fast damit abgefunden, dass ich wohl einfach nur nach einem Hund aus guter Abstammung suchen und die Einstellung des Züchters gegenüber den Hunden ausblenden muss. Bis ich eines Tages im Internet auf die Seite von Djanick Michaud gestossen bin. Auf seiner Homepage habe ich gelesen, dass er sich vom Einsatz von Strom und der Anwendung von Gewalt distanziert, er bildet seine Hunde „the cookie-way“ aus, mit Motivation und positiver Bestärkung. Ausserdem leben seine Hunde im Haus und sind voll ins Familienleben integriert. Die Welpen werden mit verschiedensten Alltagsgeräuschen und Gegenständen betraut gemacht, lernen die Menschen auf äusserst positive Weise kennen und haben auch kontrollierten Kontakt zu seinen kleinen Kindern – genau so, wie ich es mir vorstelle! Noch am selben Tag habe ich Djanick kontaktiert und bereits nach dem ersten Mailwechsel mit ihm war für mich klar: Aus seiner Zucht möchte ich einen Welpen haben! Da Djanick immer eine längere Warteliste hat und man plus-minus ein Jahr warten muss, bis man einen Welpen haben kann, habe ich bei ihm im Sommer 2011 mein konkretes Interesse an einem Welpen angemeldet. Als ich ihm Anfang Mai diesen Jahres mitgeteilt habe, dass ich Jannik einschläfern lassen musste, hat er mir erst ein paar Tage später geantwortet und geschrieben, dass er darauf gehofft hatte, mir auf meine traurige Nachricht auch eine erfreuliche überbringen zu können und so sei es nun auch: Die Hündin Maya, welche im April gedeckt worden sei, sei tragend. Maya hat am 9. Juni 2012 6 Rüden und 4 Hündinnen geboren und Djanick hat mir mitgeteilt, dass mein Wish in diesem Wurf dabei sei 🙂 Es war sehr spannend, das Aufwachsen dieses Wurfs anhand von Bildern, Filmchen und Berichten von Djanick mitzuverfolgen. Djanicks liebevollen und behutsamen Umgang mit den Welpen und seine ruhige und herzliche Art, auch im Umgang mit den erwachsenen Hunden haben mir zusätzlich bestätigt, dass ich bei ihm an der richtigen Adresse bin. Nach tagelangem beobachten und „testen“ der Welpen wusste Djanick, welcher Welpe am besten in welches neue zu Hause passt und hat mir am 1. August meinen kleinen Buben vorgestellt und mir dessen Verhalten und Charakter sehr genau beschrieben. Und Wish ist genau so, wie Djanick mir geschildet hat!

Sein Name hat Wish nicht zufällig erhalten, ich habe ihn so genannt, weil mit ihm mein grosser Wunsch in Erfüllung ging! Djanick integriert den Rufnamen der Welpen in den Stammbaumnamen und so heisst Wish im Pedigree „Zomarick Sir Wishmaster“.

Als Djanick mir in Montreal meinen Welpen übergeben hat sagte er „now your Wish is real“… schöner hätte er es nicht sagen können! 🙂 Nachfolgend ein detaillierterer Bericht über meine Reise nach Montreal und das persönliche Kennenlernen von Djanick und Wish.

Reise nach Montreal

18. August 2012

Um 17:00h Ortszeit erreicht Djanick (Züchter von Wish) „mein“ Hotel beim Flughafen von Montreal. Nach einer herzlichen Begrüssung öffnet Djanick den Kofferraum seines Pickups. Im Auto hat er noch vier der acht Welpen, welche er auf seiner Reise von insgesamt 1500km bei verschiedenen Treffpunkten den neuen Besitzern übergibt. Die vier Welpen sind voller Tatendrang und stehen am Gitter der Hundebox hoch „los, los, mach auf, wir wollen raus!“… Nach kurzem plaudern und Begrüssung der Welpen durch das Gitter hindurch, öffnet Djanick die Hundebox, nimmt Wish heraus, stellt ihn auf die Laderampe des Pickups und sagt dazu „now your Wish is real“. Ja, das ist er!!! Und er ist ja soooooo süüüüüüss 😀 Wish bleibt einen Moment lang wie versteinert stehen und hat einen Blick als wollte er sagen „so war es aber nicht gemeint“. Sicher wundern sich die Welpen auch darüber, dass nach jedem Zwischenhalt mindestens einer von ihnen wieder fehlt… Djanick überlässt mir Wish und wir setzen uns zu ihm auf die Laderampe. Ich sichere ihn, damit er nicht herunterfallen kann und Djanick und ich unterhalten uns über die Aufzucht der Welpen, über seine bisherige Fahrt mit zusätzlichem Zwischenhalt, weil die Welpen die ganze Box „verpoopst“ hatten, über meine Reise nach Montreal und vieles mehr. Nach kurzer Zeit „taut“ Wish auf, wird neugierig, beschnuppert und leckt mein Gesicht und steht immer Mal wieder an der Box hoch, wo die übrigen drei Welpen drin untergebracht sind. Djanick und ich reden noch ca. 2,5 Stunden weiter, bevor wir die administrativen Dinge regeln (Kaufvertrag unterschreiben, Gesundheitszeugnis und Impfbestätigungen übergeben). Dann gibt mir Djanick noch zwei Säckchen Futter für Wish mit, ein Frottiertuch für in die Flugbox und ein Wassernäpfchen zur Befestigung am Gitter der Flugbox. Dann heisst es sich zu verabschieden. Djanick verabschiedet sich zuerst von Wish, welcher unterdessen auf der Laderampe eingeschlafen ist und hat Tränen in den Augen. Zu mir sagt er „it’s always the same…“. Nicht nur Wish, sondern auch Djanick ist genau so, wie ich ihn mir anhand unserer vielen Mailwechsel vorgestellt habe: Herzlich, sympathisch, einfach liebenswert. Mein Welpe hat wirklich den bestmöglichen Start ins Leben erhalten, den man sich vorstellen kann!

Dies ist der Pickup von Djanick, mit welchem Wish zusammen mit 7 seiner Wurfgeschwister den ersten Teil seiner grossen Reise (559km) angetreten hat. Djanick hatte auf zwei Zwischenstopps unterwegs bereits 4 Welpen an die neuen Besitzer übergeben und so waren, in Montreal angekommen, nur noch vier Welpen mit an Bord.
(Foto: Djanick Michaud)

Djanick und Wish

Ich und Wish
(Foto: Djanick Michaud)

19. August 2012

Wish und ich hatten eine angenehme erste Nacht im Hotel. Wir sind um 21:00h Uhr zu Bett gegangen, um 23:30h nochmals kurz raus auf eine Versäuberungsrunde und anschliessend hat Wish bis 05:30h durchgeschlafen 🙂 In der Box brauchte Wish jeweils einen Moment, bis er sich ergeben und schlafen konnte. Und wisst Ihr was? Er kann heulen wie ein Wolf!!! Inklusive sich hinsetzen und Kopf aufstrecken 😉 Nach einem kurzen Heulkonzert ist er aber praktisch von einer Sekunde auf die andere in einen kommatösen Tiefschlaf versunken. Um 12:00h mussten wir das Zimmer räumen. Da unser Flug erst um 17:00h startete und um 13:45h der Swiss Check-in öffnete, verbrachten wir noch zwei Stunden vor dem Hotel, dort hatte es eine schöne Grünfläche zum herumtoben, schmüselen und relaxen. Ich sorgte dafür, dass Wish ordentlich müde war für den Flug. Um 13:45h holte uns der Shuttle-Bus vor dem Hotel ab und brachte uns zum Flughafen. Nach dem Check-in und dem Anmelden von Wishs Transport, sagte mir die Swiss-Angestellte ich könne mit Wish noch bis 15:30h nach draussen gehen. Um 15:30h soll ich mich melden und dann rufe sie jemanden, der Wish abholen kommt. Wish war aber so müde, dass ich mit ihm in der Flughafenhalle blieb und uns ein ungestörtes Plätzchen – sofern das in einem Flughafen möglich ist – suchte. Ich nahm Wish aus der Box und legte sein Vetbed auf den Boden, auf welchem wir es uns dann gemütlich machten. Wish kuschelte sich an meine Seite und nach kurzer Zeit schlief er tief und fest. Ab und zu kamen Leute vorbei, die ihn streicheln wollten und mich fragten, was der Grund meiner Reise mit dem kleinen Welpen sei. Wish liess sich aber nicht einmal durch das Streicheln vom schlafen abhalten, er war viel zu müde. Um 15:30h meldete ich mich bei der Gepäckaufgabe, wo ich Wish zuerst nochmals aus der Box nehmen musste, damit die Box gescannt werden konnte. Anschliessend wurde Wish in der Box weggebracht. Es fiel mir nicht leicht, ihn seinem Schicksal zu überlassen, er war mir bereits nach diesen paar wenigen gemeinsamen Stunden sehr ans Herz gewachsen. Ich machte mich dann vorbei an der Zollkontrolle auf den Weg zum Gate der Swiss. Nachdem ich ins Flugzeug eingestiegen war, hörte ich auf einmal ein bekanntes bellen und heulen – Wish wurde wohl gerade ins Flugzeug gebracht. Ich schaltete mein Herz aus und versuchte Wish zu vermitteln, dass alles in Ordnung ist. Kurze Zeit später war er ruhig. Der Flug war kurzweilig, aber es war relativ kühl, deshalb habe ich kein Auge zugetan. In Zürich gelandet ging es nicht lange bis sich Wish wieder zu Wort meldete. Ich begab mich raschmöglichst zur Gepäckausgabe und fragte, wo ich Wish in Empfang nehmen könne. Gehört habe ich ihn bereits von weitem, ich musste nur noch wissen, wo er rausgebracht wird 😉 Aus der Box schaute mir ein aufgestellter Wish entgegen, von Angst oder gar Panik keine Spur, er fand es einfach frech, dass er in der Box eingesperrt war und protestierte entsprechend laut. Ich montierte die Räder an die Box und machte mich mit Wish auf den Weg zum Zollamt, wo ich seine veterinäramtlichen Zeugnisse und den Kaufvertrag vorlegen musste. Nach dem Ablesen des Chips und bezahlen der Mehrwertsteuer wurden wir dann schliesslich in die Freiheit entlassen! 😀 Irène und Dschinn warteten bereits auf uns und wir nahmen zusammen noch den letzten Teil der langen Reise in Angriff: Die Heimfahrt im Auto von Irène.

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Aktivitäten

Wasserarbeit

16.9.2018
WAH-SM in Beckenried, Klasse 3, 251 Punkte (G)

12.8.2018
WAH-Prüfung in Arbon, Klasse 4 (Brevet), 283 Punkte (SG AKZ)

10.9.2017
WAH-SM in Nant, Klasse 3, 189 Punkte (M)

27.8.2016
WAH-Prüfung in Neuenburg, Klasse 3, 263 Punkte (G AKZ)

20.8.2016
WAH-Prüfung in Stäfa, Klasse 3, 192 Punkte (M)

26.6.2016
WAH-Prüfung in Nant, Klasse 3, 156 Punkte (M)

19.09.2015
WAH-Prüfung in Unterägeri, Klasse 2, 275 Punkte (SG AKZ)

29.06.2015
WAH-Prüfung in Nant, Klasse 2, 277 Punkte (SG AKZ)

13.09.2014
WAH-Prüfung in Beckenried, Klasse 1, 243 Punkte (G AKZ)

30.08.2014
WAH-Prüfung in Neuchâtel, Klasse 1, 293 Punkte (V AKZ)

 

Dummy

10.6.2018
Working Test Oberwald Trophy, Oberwald, Klasse Beginner, 69 Punkte, G

11.6.2017
Working Test Oberwald Trophy, Oberwald, Klasse Beginner,

5.6.2016
Working Test Oberwald Trophy, Oberwald, Klasse Beginner, 19 Punkte, nb

12.3.2016
Working Test Werdenberg, Werdenberg, Klasse Beginner, 48 Punkte, nb

24.10.2015
Working Test Heart of Switzerland, Udligenswil, Klasse Beginner, 69 Punkte, nb

29.8.2015
Working Test Retriever Club RG Nordwestschweiz, Aarau, Klasse Beginner, 77 Punkte, G

7.6.2015
Working Test Embrüf Embri, Oberwald, Einsteigerklasse, 69 Punkte, bestanden

 

Obedience

4.4.2015
HS Riken, Schöftland, Klasse Beginners, 144 Punkte, nk

23.1.2015
HS Riken, Schöftland, Klasse Beginners, 174 Punkte, befriedigend

30.12.2014
Schweiz. Club Holländischer Schäferhunde, Schöftland, Klasse Beginners, 150.5 Punkte, nk

12.12.2014
HS Riken, Schöftland, Klasse Beginners, 149 Punkte, nk

18.10.2014
Mosquidogs, Schänzli Basel, Klasse Beginners, Abbruch – Hund ausser Kontrolle

 

 

Gelenkprobleme

Was ich zwischen Januar und Juli 2013 über Gelenkprobleme und deren Domino-Effekt gelernt habe, hat mich dazu gebracht, diese Rubrik zu eröffnen. Wenn ich bereits zu Wish’s Welpenzeit gewusst hätte, was ich heute weiss, hätte ich ihm wahrscheinlich einiges an physischem und psychischem Leiden ersparen können. Da mich das alles sehr beschäftigt, ich rückwirkend aber nichts mehr an Wish’s Schicksal ändern kann, hoffe ich, dass die Informationen in dieser Rubrik zumindest dazu führen, dass dem einen oder anderen Hund ein ähnlicher Leidensweg in jungen Jahren erspart bleibt.

 

Wie alles begann…

Bei Wish wurde im Janaur 2013 eine OCD im linken Ellbogen diagnostiziert, er war damals gerade mal 7 Monate alt. Unter „News“ habe ich zwischen dem 16. Januar und dem 31. März 2013 regelmässig darüber berichtet. Für diejenigen, welche diese Einträge nicht gelesen haben, hier eine kurze Zusammenfassung: Wish begann im Alter von 6 Monaten auf einmal vorne links zu lahmen. Nicht oft, jeweils nur für ein paar Schritte, aber immer nach längerem Liegen bzw. Schlafen. Mich beunruhigte vor allem der Zeitpunkt der Lahmheit, kennt man doch diese „Anlaufschwierigkeiten“ von älteren Hunden, welche Arthrosen haben. Mein ungutes Gefühl, dass sich Wish nicht nur das Bein vertreten hatte, bestätigte sich leider kurze Zeit später: Anhand von Röntgenbildern und eines CTs wurde die Diagnose OCD (Osteochondrosis dissecans) und Arthrose im linken Ellbogen gestellt. OCD bedeutet, dass sich der Knorpel oder ein Teil des Knorpels im betroffenen Gelenk nicht richtig entwickelt und sich vom Gelenkknochen ablösen kann. Bei Wish wurde dieses abgestorbene Knorpelteilchen arthroskopisch entfernt und der darunter liegende Knochen mehrmals angebohrt, damit sich ein knorpelähnliches Gewebe bilden kann. Es folgten 6 Wochen absolute Schonung (5 bis 6 10minütige gemütliche Spaziergänge pro Tag an der kurzen Leine, kein hüpfen, kein rennen, kein spielen), welche Wish aufgrund seines überschäumenden Temperaments innerhalb der Wohnung in seiner grossen Stoffbox verbringen musste. Danach durften wir die Aktivitäten langsam steigern, bis Wish Ende März vollständig rehabilitiert war – so dachte bzw. hoffte ich zumindest. Was mich jedenfalls sehr positiv stimmte war, dass Wish nach der Arthroskopie nie mehr gelahmt hat. Kaum von der Narkose erholt, wäre er schon wieder zu allem Unfug bereit gewesen 🙂

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Fehlhaltung im linken Vorderbein als Folge der OCD
Da ich gelesen habe, dass solche Gelenkprobleme sehr schnell zu einer Fehlhaltung führen, welche sich nicht von alleine korrigiert, suchte ich mit Wish Mitte April 2013 einen Orthopäden auf. Und wir gingen leider nicht vergebens hin, der Orthopäde stellte fest, dass Wish den linken Ellbogen sehr stark entlastet, dass die linke Schulter völlig verspannt und in der Bewegung eingeschränkt ist und dass er diese Entlastung mit dem rechten Hinterbein zu kompensieren versucht, mit dem Resultat, dass auch dieses völlig verkrampft und in der Bewegung eingeschränkt ist. Ich stand vor dem Entscheid entweder nichts zu unternehmen, was dazu führen würde, dass sich in Wish’s Ellbogengelenk innerhalb kürzester Zeit eine starke Arthrose bildet, oder aber die Fehlhaltung korrigieren zu lassen, mit der Folge, dass Wish zu Beginn der Therapie wieder lahmen könnte und er erneut einige Wochen Leinenzwang (kein herumtoben, kein spielen…) auferlegt bekommt, dafür aber langfristig ein unbeschwerteres Leben vor sich hat. Der Entscheid stand für mich schnell fest: Mit der Aussicht auf ein langfristig unbeschwerteres Leben, nahm ich die Konsequenzen in Kauf und liess Wish in den folgenden Wochen regelmässig chiropraktorisch behandeln. Zur Unterstützung der Therapie erhielten wir jeweils „Hausaufgaben“. Tägliches joggen war angesagt, zuerst 15 Minuten und später eine halbe Stunde, zuerst nur auf ebenen Wegen und später nach Möglichkeit bergauf – wobei sich das „nach Möglichkeit“ ausschliesslich auf meine Kondition bezieht, denn an Hügeln mangelt es uns in der Region Ittigen definitiv nicht… 😉 Wiederum positiv am Ganzen war, dass Wish auch während dieser Zeit nie gelahmt hat, obwohl es nichts aussergewöhnliches gewesen wäre, sondern zu den möglichen „Nebenwirkungen“ der Behandlung gehört.

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HD-/ED Röntgen

Ganz unabhängig von Wish’s Vorgeschichte mit der OCD, war für mich von Beginn an klar, dass ich bei ihm das offizielle HD-/ED-Röntgen werde machen lassen. Ich hatte eigentlich auch beabsichtigt, Wish anzukören, was durch die OCD-Erkrankung nun aber nicht möglich ist, da OCD bei den Golden Retrievern unter den zuchtausschliessenden Erkrankungen aufgeführt ist. Viele Leute haben mir dann gesagt, dass ich mir doch nun das Geld fürs HD-/ED-Röntgen sparen könnte, da ich ja mit Wish eh nicht züchten kann. Wie froh bin ich, dass ich mich nicht von meinem Vorhaben abhalten und Wish „so bald als möglich“, also kurz nach seinem 1. Geburtstag röntgen liess! Wish hat beidseitig HD D (mittelgradige Hüftgelenksdysplasie) und ED 3/1 (starke Arthrose im linken und leichte Arthrose im rechten Ellbogen) – ein niederschmetterndes Resultat! Und ich hatte so gehofft, dass wenigstens seine Hüfte gesund sind… Aufgrund dieser schlechten Voraussetzungen riet mir mein Tierarzt zu einer Goldakupunktur und brachte damit einen weiteren Stein ins Rollen…
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Goldakupunktur und Berlock-Goldimplantation nach Goldtreat-Methode

Innerhalb der Schmerztherapie wird seit vielen Jahren mit Gold gearbeitet. Kleine Goldstückchen an bestimmten Stellen im Körper eingesetzt, bekämpfen vor Ort den Schmerz und führen zu Schmerzfreiheit oder zumindest zu einer markanten Schmerzlinderung. Die Goldstückchen wirken „ein Leben lang“ und ersetzen in vielen Fällen das jahrelange Einnehmen von Schmerzmedikamenten und das ohne jegliche Nebenwirkungen. Während bei der Goldakupunktur kurze Stückchen eines Golddrahtes an die notwendigen Akupunkturpunkte eingesetzt werden, setzt man bei der Goldimplantation Berlock-Implantate möglichst nah und rund um die erkrankten Gelenke (also nicht an die Akupunkturpunkte) ein. Ausführliche Informationen über die Vorteile einer Berlock-Goldimplantation sind auf folgenden Seiten zu finden: http://goldimplantation24.de und http://www.dr-horch.de. Aufgrund der Informationen auf den eben genannten Websites war für mich schnell klar, dass ich Wish Berlock-Goldimplantate nach der Goldtreat-Methode einsetzen lassen möchte. Die Berlock-Goldimplantate sind zertifiziert und die Goldtreat-Methode darf nur von Tierärzten angewendet werden, welche die nötige Ausbildung absolviert haben. Auf http://goldtreat.com/DE/Kliniken.aspx sind alle Kliniken bzw. Tierärzte aufgeführt, welche die Goldtreat-Methode anwenden dürfen. Leider gibt es bisher in der Schweiz niemanden, welcher die Goldtreat-Methode anwenden darf und so entschied ich mich, die 507km nach Schweinfurt (DE) unter die Räder zu nehmen.
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Berlock-Goldimplantation im Tiergesundheitszentrum Schweinfurt

Am 29. Juli 2013 um 10:00h hatten wir den Termin in Schweinfurt. Nach einer langen Fahrt und mit 40 Minuten Verspätung sind wir um 10:40h endlich an unserem Ziel, dem Tiergesundheitszentrum Schweinfurt angekommen.
Nach der Anmeldung wurde ich mit Wish in den Behandlungsraum gebeten, wo uns wenig später Frau Horch begrüsste. Während ich den Papierkram erledigte, schaute sie sich die von mir mitgebrachten medizinischen Unterlagen an. Anschliessend bat sie mich, von Wish zu erzählen und wollte viele Details über sein Verhalten wissen. Danach ging es nach draussen und ich musste Wish im Langsamschritt, Normalschritt (Trab) und Laufschritt gehen lassen. Langsamschritt und Normalschritt ging noch einigermassen, beim Laufschritt schraubte Wish dann so hoch, dass er nur noch an mir hochsprang und meine Arme “festhielt”. So brachen wir den Laufschritt ab und ich musste Wish noch ein paar mal im Kreis gehen lassen (links und rechts herum) und dabei den Kreis immer kleiner machen. Frau Horch hat alles gefilmt.
Wieder im Behandlungszimmer hat mir Frau Horch berichtet, was ihr an Wish’s Gangwerk auffällt. Er entlaste hinten sehr stark (stehe viel zu steil) und verlege viel zu viel Gewicht nach vorne. Die linke Schulter drehe er sehr stark nach aussen und infolgedessen auch sein linkes Vorderbein. Durch die Schmerzen in den Schultern bzw. Vorderbeinen, strecke er diese viel zu wenig durch und überdehne dadurch die Handgelenke, was sich darin äussere, dass er diese ein wenig “nach hinten” abknickt. Weiter ist ihr aufgefallen, dass Wish den hinteren Teil seines Rückens nicht biegt wenn er im Kreis geht. Sie untersuchte Wish nun auf dem Behandlungstisch von vorne bis hinten und von oben bis unten, bog jedes Gelenk in alle möglichen Richtungen, tastete die Muskulatur ab und erklärte mir vorzu, was ihr auffiel. Zum Beispiel seien die Sprunggelenke instabil und beim Durchstrecken der Hinterbeine, drehe Wish diese nach innen, was nicht sein sollte. Die Muskulatur innen an den Oberschenkeln sei “zu kräftig”, diejenige aussen an den Oberschenkeln hingegen viel zu schwach. Ein typischer Hinweis, dass er die Hüfte schmerzbedingt entlaste. Ein spezieller Handgriff (Hochheben der angezogenen Hinterbeinen und Druck auf das Steissbein) liess sie darauf schliessen, dass im hinteren Rückenberich auch was nicht in Ordnung ist. Aufgrund all dieser Untersuchungen sagte sie mir, dass sie die Schultern, den hinteren Rückenbereich und die Sprunggelenke Röntgen möchte. Ich stimmte dem zu und habe zusätzlich ein PennHIP-Röntgen verlangt, weil ich einfach wissen will, was dabei rauskommt (PennHIP ist eine neue Röntgentechnik, welche mittels Computerauswertung viel genauere Daten zum wirklichen Zustand einer Hüfte liefert, als dies die gängigen HD-Röntgen tun). Dann legte sie Wish in Narkose und kontrollierte nochmals die Beweglichkeit der verschiedenen Gelenke. Wie erwartet, waren alle viel beweglicher, der linke Ellbogen allerdings konnte etwas weniger gebeugt werden als der rechte. Somit sind Wish’s Gelenke aber soweit “mechanisch” noch in Ordnung, er kann sie “nur” schmerzbedingt nicht mehr alle korrekt bewegen und weil durch die Schonhaltung die einen Muskeln bzw. Sehnen verkürzt und andere überdehnt wurden.
Zurück aus dem Röntgenraum zeigte mir Frau Horch alle Röntgenbilder und erklärte mir genau, wie was aussehen sollte und wie es eben bei Wish aussieht. Wish hat neben HD und ED Arthrosen in beiden Schultern, in beiden Sprunggelenken und sein hinterster Rückenwirbel ist in einer Fehlposition. Weiter lässt das Röntgenbild daraus schliessen, dass Wish in der linken Schulter eine OCD hat. Ich hab’ nur dagestanden und zugehört und bin im Nachhinein über mich selbst erstaunt, wie sachlich ich das alles “entgegen genommen” habe, ausser Stande, irgendwie emozional zu reagieren. Wohl ein schockähnlicher Zustand… Ich hab’ dann natürlich auch nach den möglichen Ursachen für das ganze Desaster gefragt und Frau Horch hat mir geantwortet, dass anhand des Gesamtbildes eindeutig die HD die (Haupt)ursache für all die anderen Veränderungen sei. Und sie hat mir auch versichert, dass ich mit Welpe bzw. Junghund in Watte packen die HD nicht hätte verhindern können. Wovon sie aber sehr abgeraten hat ist, arthroskopisch in ein Gelenk hineinzugucken, welches keine Lahmheit verursacht, wie ich es bei Wish’s rechtem Ellbogen „sicherheitshalber“ habe machen lassen. Sobald ein Gelenk eröffnet wird, bildet sich dort unweigerlich eine Arthrose. Das hat sie mir aber erst auf mein ausdrückliches nachfragen gesagt, also keineswegs vorwurfsvoll. Sie sagte mir aber auch, dass es super sei, dass ich mit Wish so früh zu ihnen gekommen sei, viele “solche” Hunde fänden den Weg nach Schweinfurt erst mit fünf-sechs Jahren, wenn sie sich auf einmal kaum noch bewegen können. Ebenfalls auf mein ausdrückliches Nachfragen hat sie mir bestätigt, dass eine orthopädische Frühuntersuchung im Welpenalter bei Wish natürlich noch idealer gewesen wäre, da bei einer Früherkennung der HD, bereits in der Wachstumsphase die nötigen Massnahmen hätten ergriffen werden und damit verschiedene „Folgeschäden“ hätten vermieden werden können.
Nachdem wir alles besprochen hatten, sagte mir Frau Horch, dass es nichts bringt, nur in den Hüften und Ellbogen Berlock-Implantate zu setzen, auch in den Sprunggelenken, dem hinteren Teil des Rückens und in den Schultern sei dies notwendig, um alle Schmerzregionen zu erreichen. Und somit hat Wish durch Herrn Dr. Horch nun insgesamt 44 Berlock-Implantate eingesetzt erhalten.
Frau Horchs Hauptanliegen ist, dass sich Wish so rasch wie möglich wieder frei bewegen kann, das sei sehr wichtig, auch für sein psychisches Wohlbefinden. Wish habe sich nun lange genug einschränken müssen. An Stelle von zwei Wochen Leinenzwang mit nur sehr kurzen Spaziergängen im Lagsamschritt, muss Wish deshalb nun zwar weitere zwei Wochen an der Leine gehen, darf sich an der Flexileine aber grundästzlich “frei” bewegen. Anschliessend ist gezielter Muskelaufbau angesagt (über niedrige Hindernisse steigen, bergauf gehen usw.). Schwimmen darf Wish bereits seit dem Tag nach der Goldimplantation wieder 🙂
Ich kann das Tiergesundheitszentrum Schweinfurt sehr empfehlen und ginge sofort wieder dort hin. An dieser Stelle möchte ich mich bei Frau Horch und Herrn Dr. Horch nochmals ganz herzlich für die kompetente und professionelle Behandlung und Betreuung bedanken, beide nahmen sich alle Zeit der Welt, um jede einzelne Frage von mir ausführlich zu beantworten und sowohl Wish als auch ich fühlten uns bei ihnen in besten Händen!
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PennHIP Röntgen

Anlässlich der orthopädischen Untersuchung vor der Goldimplantation, habe ich bei Wish am 29. Juli 2013 im Tiergesundheitszentrum Schweinfurt ein PennHIP Röntgen anfertigen lassen. PennHIP ermöglicht eine viel genauere HD-Diagnostik, als die bei uns übliche HD-Röntgenmethode. Neben der Form der Hüftgelenke wird bei der PennHIP Methode zusätzlich die Festigkeit bzw. Lockerheit der Hüftgelenke geprüft. Dies ist ein sehr wichtiger Wert, weil bei einer lockeren Hüfte eine Osteoarthritis (Gelenkentzündung) und infolge die Entstehung einer Arthrose vorprogrammiert ist. Eine normal entwickelte Hüfte (HD A) bedeutet nicht automatisch, dass der Hund keine Arthrose in diesem Gelenk entwickeln wird! Weist eine A-Hüfte eine Lockerheit auf, welche einen definierten Wert übersteigt, wird auch ein Hund mit vermeintlich absolut gesunden Hüften an Arthrose erkranken. Um so schlimmer ist natürlich die Auswirkung einer lockeren Hüfte bei einem Hund, welcher wie Wish fehlentwickelte Hüftgelenke hat!
Am 12. August 2013 habe ich das Resultat von Wish’s PennHIP Röntgen erhalten. Wish hat neben der HD (Hüftfehlentwicklung) auch eine Lockerheit in den Hüftgelenken, was sich natürlich noch zusätzlich negativ auwirkt. Die Tierärztin Cornelia Horch hat mir den PennHIP-Befund mit folgenden Zeilen weitergeleitet:
„Sie bekommen den PenHIP-Befund zwar auch noch per Post zugesandt, aber hier können Sie schon einmal sehen, dass Wish leider durchaus eine Lockerheit der Hüftgelenke vorweist, welche mit Sicherheit seine Probleme ausgelöst, bzw. verstärkt hat. Er liegt zwar mit seinen DI-Werten ÜBER dem Durchschnitt aller getesteten Goldies, aber trotzdem oberhalb des „Cut-offs“ von 0,3.“
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Ein Wert bis 0,3 bedeutet (praktisch) kein Risiko einer Osteoarthritis und späteren Arthrose, alle höheren Werte bedeuten eine entsprechend grössere Wahrscheinlichkeit, dass der betroffene Hund an Osteoarthritis erkrankt und später Arthrosen entwickelt. Je näher der Wert bei 0,7 liegt, desto grösser das Risiko. Wish’s Werte liegen bei 0,48 (links) und 0,47 (rechts), also über dem Normalbereich. Der Durchschnitt der bisher ausgewerteten Golden Retrievern liegt bei 0,54, die einzig positive Nachricht ist also, dass Wish festere Hüftgelenke hat als manch anderer Golden Retriever. An seiner Situation ändert das aber leider nichts. Es bleibt zu hoffen, dass möglichst bald alle Zuchtverbände bzw. die FCI das PennHIP Röntgen vorschreiben und irgendwann wirklich nur noch mit HD-freien Hunden gezüchtet wird.

Ausführlichere Informationen bezüglich der PennHIP Röntgenmethode sind auf der Website des Tiergesundheitszentrums Schweinfurt zu finden: http://www.dr-horch.de/leistungen/pennhip.html.

Was ich aus Wish’s Krankengeschichte gelernt habe

Ein munterer, bewegungsfreudiger Wirbelwind bedeutet leider nicht automatisch, dass dessen Bewegungsapparat auch wirklich gesund ist und er keinerlei Schmerzen hat! Ich werde deshalb meine zukünftigen Hunde bereits im Welpenalter orthopädisch untersuchen lassen. Bei einer Früherkennung einer HD beispielsweise, können bereits im Welpen- bzw. Junghundealter wichtige therapeutische Massnahmen ergriffen werden, welche die Weiterentwicklung des Bewegungsapparates wesentlich beeinflussen und viele irreparable Folgeerkrankungen verhindern oder zumindest verringern. Frau Horch hat mir gesagt, dass sie erst zwei Hunde in Behandlung hatte, welche „nur“ an ED litten, alle anderen seien auch an HD erkrankt gewesen. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass die ED wohl oft eine Folgeerkrankung der HD ist, da durch die Entlastung der Hüfte die Ellbogen erheblich überbelastet werden.

Wem eine orthopädische (Vorsorge)untersuchung im Welpenalter übertrieben erscheint, bedenke Folgendes: Wir tun alles Mögliche für unsere Welpen, wir lassen sie impfen, schützen sie vor Zecken, welche gefährliche Krankheiten übertragen können, sozialisieren sie bestmöglich usw. Aber ob mit ihrem wichtigsten „Gut“, dem Bewegungsapparat alles in Ordnung ist, lassen wir ausser Acht, es sei denn, der Hund zeige bereits als Welpe oder Junghund deutliche Beschwerden.

Da der Hund als Lauf-Raubtier darauf angewiesen ist mobil zu sein, kompensiert er Schmerzen, indem er das betroffene Gelenk einfach anders belastet bzw. entlastet und dafür ein anderes überbelastet. Eine Fehlbelastung oder Entlastung ist für ein ungeschultes Auge meist sehr schwierig zu erkennen, ich jedenfalls habe nicht gesehen, dass Wish „komisch“ läuft und ohne die OCD-Erkrankung im Ellbogen, welche eine deutliche Lahmheit verursachte, wäre für mich neben der HD auch die ED ein völlig überraschender Befund gewesen. Und solche Überraschungen in negativem Sinne, möchte ich kein zweites mal erst dann erleben, wenn Vieles schon zu spät ist.

Familie